Licht- & Schattenseiten

Hier soll zusammengetragen werden, was den Daihatsu Materia in unseren Augen so besonders macht und welche Sachen vielleicht doch noch besser sein könnten. Diese Auflistung ist meine persönliche Meinung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar Richtigkeit.

Licht:

  • Design - klar an erster Stelle - einfach geniale Seitenlinie, geducktes Auftreten, breites Heck
  • Kein Wunder: Er ist daher auch ein Hingucker. Man sollte mit der vielen Aufmerksamkeit, die man für ihn bekommt, klar kommen können.
  • Platzangebot - Kopffreiheit der Wahnsinn. Auch große Leute fühlen sich wohl. Die Frontscheibe ist angenehm weit weg. Die Rücksitzbank ist verschiebbar zwischen Mini-Kofferraum für den normalen Wochenendeinkauf und fürstlicher Beinfreiheit oder Packesel und Kleinkinderformat. Oder variabel dazwischen. Da findet sich immer ein Kompromiss.
  • Der Motor besitzt einen guten Durchzug - auch aus dem Drehzahlkeller dank variabler Ventilsteuerung. Die angegeben Fahrleistungen werden i.d.R. übertroffen. Selbst der 1.3l Motor geht angemessen vorran.
  • Der Motor hat eine wartungsfreie Steuerkette und keinen regelmäßig teuer zu wechselnden Zahnriemen für die Ventilsteuerung.
  • Geringe Außenmaße - kürzer als ein aktueller VW Polo macht die Parkplatzsuche wieder Spaß.
  • Kleiner Wendekreis von unter 10m und leichtgängige Servo in der Stadt machen ihn zum perfekten Cityflitzer.
  • Große Außenspiegel, die an viel größere Autos erinnern, lassen viel erkennen.
  • Serienmäßige Verdunklung (Privacy Glass) der Scheiben ab der B-Säule.
  • Niedriges Gewicht von nur knapp über 1000kg kommen den Fahrleistungen und dem Verbrauch zu gute.
  • Niedriger Verbrauch (solange man ihn nicht über die Autobahn scheucht ) und ist mit Normalbenzin zufrieden. ABER: Hoher Luftwiderstand und relativ kurz übersetzter 5. Gang machen sich ab 130km/h aufwärts beim Verbrauch negativ bemerkbar.
  • Gute Straßenlage / straffe, aber nicht unkomfortable Federung - wenig Seitenneigung trotz der ordentlichen Höhe von 1,63m. Lässt sich gut um die Ecke "zirkeln".
  • Sitzflächen sind bequem, da nicht sportlich einengend. Die Rückenlehne bietet ausreichend Seitenhalt in zügig gefahrenen Kurven. Aber weit weg von fixierenden Sportsitzen.
  • Keine bzw. kaum Spiegelung des Armaturenbretts in der Windschutzscheibe - viele aktuellen Autos sind hierbei besonders schlimm.
  • Sehr bastelfreundlich durch leicht erreichbare Verschraubungen oder wiederverwendbar geklipst. Viel Platz hinter den Verkleidungen.
  • Wenig Elektronik - viele seperate Module.


Wo allerdings Licht ist, da sind auch

Schattenseiten:

  • Kein Bordcomputer, der über Verbrauch, Außentemperaturen o.ä. informiert. Lediglich Tageskilometer, Gesamtkilometer und Uhrzeit stehen im kleinen Display im Tacho zur Verfügung.
    Abhilfe schafft ein separater Bordcomputer, wie der Scangauge II.
  • Lautes Abrollgeräusch durch eher mäßige Dämmung des Innenraums und Verwendung dünner aber stabiler Bleche (Gewichtsreduzierung!). Durch Dämmmatten kann das etwas gebessert werden.
  • Unterschiedliche Illumination im Cockpit: hellblauer Tacho, blaue Lautsprecherringe  und blaue Griffbeleuchtung (beim 1.5er) - aber grüne Beleuchtung für Armaturenbrett und Knöpfe (Hier kann mit etwas Aufwand alles auf blau nachrüsten. Siehe Umbauanleitungen.)
  • Keine Hohlraumversiegelung (dafür Teilverzinkung) - Sinnvolle Abhilfe schafft eine eigene Rostvorsorge.
  • MP3/WMA fähiges Autoradio liest bei Multisession-CDs immer nur die erste Session.
  • Autoradio entlastet die hinteren Lautsprecher durch einen Hochpassfilter. Dadurch hinten nicht optimale Klangqualität.
  • Getriebe mit langem Schalthebel wird von manchen als etwas hakelig empfunden. Verbessert sich nach der Einfahrphase deutlich. Ein Getriebeölwechsel auf vollsynthetisches Öl (75W90) hilft ebenfalls.
  • Die Anordnung der Elemente bei den zentralen Einheiten ist auf Rechtslenker ausgelegt: Tacho ist rechts - der Drehzahlmesser links -> weiterer Blickweg zum Tacho beim Linkslenker. Am Radio sind die am meisten benutzen Knöpfe auf der rechten Seite zu finden: Frequenz-/Liedwahl und Umschalten zwischen Radio und CD.
  • Anzeige für die Wassertemperatur nur mit einer Symbolleuchte, die leuchtet, solange der Motor noch kalt ist. (Scheint aber viel zu früh auszugehen. Bei sommerlichen Temperaturen schon nach wenigen hundert Metern.)
    Abhilfe schafft auch hier ein separater Bordcomputer vom Schlage eines Scangauge II.
  • Kurze Pedalwege. Pedale sind kleinwagentypisch nah aneinander, aber nicht zu eng.
  • Allradantrieb nicht permanent, sondern wird dazugeschaltet, falls die vorderen Räder Traktion verlieren. Nicht im Rückwärtsgang verfügbar.

 

Wie man sieht ist auch der Materia nicht ohne Mängel. Doch der größte Mangel - nämlich die lauten Abrollgeräusche im Innenraum lassen sich mit Dämmmatten sicherlich in den Griff kriegen. Der Rest ist eigentlich nur Gewöhnungssache und stört den guten Eindruck des Autos nicht wesentlich.

Eines darf man dabei aber nicht vergessen: Maße, Preis und Gewicht des Wagens: Der Materia ist ein Kleinwagen (wenn auch riesig im Innenraum), und daher sind viele der Schattenseiten bei Kleinwagen aufgrund Preis, Gewicht und Größe der Fahrzeuge üblich.

 
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